Die Pavee Ghettos, Drogen, Gewalt Rassismus in Irland
   
 

Probleme in Irland/ Trouble in paradies

Rassismus in Irland

Im letzten Jahr(2005) hat mit ein Freund folgende Links mit dem Kommentar „Schau dir mal an, was die hier bei uns in Deutschland in der Zeitung schreiben. Diese Rassisten...“ geschickt:

  1. http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/607/66541/
  2. http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/483/63420/
  3. http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/272/56216/

Was haben diese Links nun mit dem Thema Rassismus zu tun? Nun, auf den ersten Blick zunächst einmal nichts. Aber ich finde, dass es trotzdem sehr gut Artikel sind, die all denen, die den irischen Hobbypolitikern Bono und Bob Geldof einen göttlichen Status gewähren, die Augen öffnen sollten. Vor allen Dingen der letzte Link mit dem Interview des ugandischen Journalisten Andrew Mwende sollte zur Pflichtlektüre all derer werden, die meinen, Probleme seien einfach mit Geld zu lösen...absolut lesenswert!!!

Was uns nun wieder zu dem Thema hier zurückbringt, ist der letzte Satz meines Freundes:“....Diese Rassisten..“. Ich muss dem Mann zugute halten, dass er mit dem Wort „Rassist“ sehr schnell schon beruflich zur Stelle sein muss. Er schreibt unter anderem Artikel für Amnesty International.
Aber kann man die Verfasser der Artikel subjektiv als Rassisten bezeichnen? Als ich diesen Beitrag hier schreiben wollte, war ich zunächst auf der Suche nach Artikeln im Internet zum Thema „Rassismus in Irland“. Mir wurde unter anderem vorgeschlagen, sich doch einmal folgenden Beitrag aus einem deutschsprachigen Forum für Deutsche, die in Irland leben bzw. Interesse an Irland haben anzuschauen:

http://www.irish-net.de/irlandforum/viewtopic.php?p=106412
Ob das rassistisch ist, kann zumindest diskutiert werden.

Ob jedoch Ausländer, in einem fremden Land das Vorhanden sein anderer Ausländer in eben diesem Land diskutieren sollten, wage ich zu bezweifeln. Ich halte mich zu diesem Thema lieber an die Menschen, die hier geboren wurden, die Iren, und frage eben diese, was die dazu meinen. Soweit sind die Iren offen zu dem Thema.Wenn jedoch Messen in einer katholischen Kirche meist in polnisch abgehalten werden oder in irischen Supermärkten ganze Regalreihen polnisch beschriftet sind bzw. voller Lebensmittel mit einer polnischen Beschriftung stehen, dann finden die das wenig knusprig. Wenn noch dazu kommt, dass man als Ire Personal in vielen Geschäften keine Frage mehr stellen kann, weil diese Leute einfach kein englisch sprechen, dann ist bei vielen Iren eine Grenze überschritten.
Ich persönlich bin der Ansicht, dass jeder Mensch, der vorhat ein gewisse Zeit, evtl. ja auch für immer, in einem anderen Land zu leben, die Sprache dieses Landes zu erlernen hat und die Kultur, incl. der Speisen und Getränke, zu respektieren.
Dabei ist es unerheblich, was mich in dieses fremde Land treibt. Interesse, wirtschaftliche oder sogar existenzielle Not. Ich habe die Kultur des Gastlandes zu übernehmen und kann nicht erwarten, dass das Land meine Kultur übernimmt....
Gerade was Speisen angeht sind Deutsche sehr gut. Es soll ja sogar ein deutsches Schnitzelhaus in Bangkok geben. Selbst hier in Irland werden Quellen für deutsche Gemüsebrühe gehandelt, wie der Ort des heiligen Grals....Siehe hier im bereits vorher zitierten Forum:

http://www.irlandforum.de/viewtopic.php

Aber nun wirklich zurück zum Rassismus in Irland. Was genau ist den Rassismus? Wikipedia, das Online Lexikon, beschreibt Rassismus wie folgt:

Rassismus ist die Bezeichnung für jede Theorie und Praxis, die Menschen auf Grund realer körperlicher Merkmale (wie Hautfarbe, Gesichtszüge) mit Werturteilen versehene Eigenschaften (z.B. eine bestimmte Mentalität) und einen unterschiedlichen Status zuteilt. Dies kann von Vorurteilen bis zu ausgearbeiteten Ideologien reichen, die verschiedenen "Völkern" oder "Rassen" einen unterschiedlichen Wert zuordnen. Bestimmte Gruppen von Menschen werden abgewertet bzw. als minderwertig angesehen, und ihnen wird abgesprochen, auf derselben Stufe zu stehen wie man selbst. Die Folgen reichen in der Praxis von Trennungsneigung ("Rassentrennung") über Diskriminierung bis zu Rassenhass und daraus resultierender Gewalt.

Vor allen Dingen die letzten Worte zeichnen für mich Rassismus aus:... Rassenhass und daraus resultierende Gewalt...So war ich also auf der Suche nach Artikeln im Internet, die eben beweisen sollen, das es das in Irland gibt. Wer z.B, bei Google die englischen Worte „Racism“ und „Ireland“ eingibt, bekommt nahezu 8 Millionen Ergebnisse. Allerdings beschäftigen sich nahezu alle mit Erklärungen und Pamphleten von Politikern, Parteien und anderen Organisation, Sportvereinen, Kommunen oder auch einzelner Personen zu dem Thema. Konkrete Fälle oder Stellungnahmen wie dieser hier sind wenig zu finden:

http://www.unison.ie/irish_independent/stories.php3?ca=9&si=678087&issue_id=6790  um den Beitrag zu lesen, muss man sich bei der Zeitung anmelden. Dauert nur wenige Sekunden....

http://www.metroeireann.com/july_04_contents/letter.htm

Auch wenn ich die nahezu 8 Millionen Suchergebnisse nicht alle durchgesehen habe, frage ich mich, warum sich so viele Menschen zu dem Thema so scharf und konsequent zu Wort melden.
Gibt es so wenig Fälle von Rassismus in Irland? Doch, es gibt sie und sie sind so täglich wie der morgendliche Sonnenaufgang. Wenn es so viele rassistisch motivierte Übergriffe in Deutschland geben würde, wie hier in Irland, dann wären die internationalen Magazine am schreien und die Vereinten Nationen würden wohl eine Sondersitzung abhalten.
Wer sich viel Mühe gibt, kann hin- und wieder Hinweise finden wie in diesem Bericht, den offensichtlich jemand geschrieben hat, der einmal eine gewisse Zeit in Irland verbracht hat:

http://www.eirene.org/irland-temp/news.irland.18/bericht.html

Aber hier in Irland findet man zu diesem Thema wenig online. Fälle wie diese hier findet man nur in Printausgaben und deswegen habe ich sie ausgeschnitten und hier auf 2 Seiten beigefügt.Hier die Links zu den Zeitungsartikeln. Bitte versuchen, aufmerksam zu lesen.

Irland tut viel dagegen (siehe oben, fast 8 Millionen Dokumente, mehr als Irland Einwohner hat). Nur leider scheint man zu vergessen, wo diese Gewalttaten herkommen. Wer die beiden Seiten von mir durchgelesen hat, wird eins feststellen: Fast immer ist bei den Tätern von Jugendlichen oder sogar Kindern die Rede. Glaubt irgend jemand, ein Kind wacht morgens auf und sagt sich: „Heute ist ein schöner Tag. Lass mich mal ein paar Steine auf den Farbigen werfen, der bei uns in der Straße wohnt..“? Nein, Kindern machen das nach, was sie von anderen hören. Und genau dort, wo Kinder etwas hören, was sie später zu solchen Taten animiert, muss die Schlacht gegen den Rassismus geschlagen werden. Im Wohnzimmer und an den Esstischen zu Hause....Das sollten sich all die, die an den Kampagnen beteiligt sind einmal zu Herzen nehmen. Sonst bleibt es nicht mehr, als es heute schon ist: Eine Liste von nahezu 8 Millionen Dokumenten bei Google....

Zwei Dinge zum Schluss noch: Das, was weiter oben beschrieben wurde und was ich als nicht rassistisch beschrieben habe nennt sich und kein Rassismus ist, nennt sich Xenophobie, einer Furcht vor dem Fremden, dem Unbekanntem.
Dagegen kann jeder was tun. Alle Menschen, die nicht in ihrem Heimatland wohnen sondern in der Fremde. Und auch wenn die Deutschen nicht die übelsten Ausländer sind ( wie mir Iren mehrfach bestätigt haben) so gilt Punkt 1.) auch für uns.

  1. Hört auf in Irland eure Muttersprache zu sprechen, wenn Iren in der Nähe sind. Auf der Straße, im Pub oder Restaurant, im Supermarkt, bei der Arbeit und vor allen Dingen in der Kantine bei der Pause.
  2. Meine Damen und Herren aus Afrika. Ich liebe eure traditionellen farbenfrohen Gewänder. Diese Kaftane sind wunderbar anzusehen und ich finde sie fantastisch. Nur sind wir hier in Irland und diese Art von Kleidung gehört genauso wenig zu Irland wie eine Bude mit einem Stehbierausschank nach Teheran. Kleidet euch wie die Iren. Auch wenn’s nicht immer schön ist....
  3. Ihr Jungens und Mädel aus Polen: Auch ich wüsste gerne, was in den Gläser und Dosen bei Dunnes Stores ist und was man damit machen kann. Zeigt es euren irischen Nachbarn und ladet sie zum Essen ein. Oder fragt bei der polnischen Botschaft an, ob sie euch helfen kann, ein Fest für alle in der Kantine eures Betriebes zu organisieren...

So können wir alle etwas gegen die Fremdenangst tun. Und das ist die Basis für alle rassistischen Aktivitäten....

Hier nun noch ein Video auf Englisch über Rassismus in Irland. Man sieht auch einige Dinge von Dublin: The Luas, die "Moore Street" und James....ein Dubliner Original....

Ist leider sehr leise....

   
 

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