Askeaton

Der Ort Askeaton liegt ca. 25 Kilometer südwestlich von Limerick an der Westküste Irlands. Der Ort selber ist klitzeklein und hat eigentlich wenig zu bieten, es sei den, man ist Hobbyfischer. In diesem Fall würde sich natürlich auch ein längerer Aufenthalt lohnen. Der Fluss Deel, an dem Askeaton liegt, soll voll mit Forellen und Lachsen sein.....
Askeaton ist uralt. In einigen Schriften (meist von Bewohnern Askeatons verfasst), wird der Ort als ältester Ort in Irland bezeichnet. Das wage ich jedoch zu bezweifeln. Ich habe in Irland einige Orte gesehen, die sich selber mit eben diesem Titel ausgezeichnet haben.
Es gibt jedoch 2 bis 3 Dinge in Askeaton, die man unbedingt gesehen haben sollte, wenn man an Geschichte interessiert ist. Zum einen wären dort die Ruinen von Desmond Castle. Es wurde im Jahre 1199 von William de Burgo gegründet. Die Ruinen, die man heute sieht, wurden in der Mitte des 13.Jahrhunderts fertiggestellt. Zu sehen sind heute noch die Reste des 3-stöckigen Constable Towers, eines kleineren Latrinenturms und die Reste des beeindruckenden Desmond Towers. Weiterhin sieht man die Reste eines Gebäudes mit Wohnräumen und der Banquet- Halle (Halla Mor auf irisch), die vom 7ten Earl of Desmond zwischen 1440 und 1459 gebaut wurde und als beeindruckernste ihrer Art in Irland angesehen wird.
Die Ruine selber ist abgeschlossen, Besichtigungen und Führungen können jedoch im “Tourist Information Office” abgesprochen werden. Und der ältere Herr, der diese Führungen macht, lässt die Führung wirklich zu einem Ereignis werden. Man durchlebt Bau, das Leben in der Burg und die Zerstörung durch die Engländer so, als wäre man selbst dabei....

Wenn ihr auf die rechten Bilder klickt, kommt ihr auf eine Webseite aus Österreich. Der Betreiber dieser Webseite liebt offensichtlich Askeaton so sehr, dass er der Stadt eine eigene Webseite gewidmet hat. dort gibt es viel mehr Bilder.......

Askeaton Askeaton
Askeaton Askeaton

Das zweite Ziel in dem Ort sollten die Ruinen der Franziskaner Abtei sein. Sie ist nur wenige hundert Meter von den Burgruinen entfernt und ist vom 4. Earl of Desmond im Jahre 1389 gegründet worden. Diese Ruine zählt zu den besterhaltensten Ruinen mittelalterlicher Klöster in Irland.

Askeaton
Askeaton

Das letzte Gebäude, dass man sich ansehen sollte, ist an und für sich eher unscheinbar und befindet sich wieder auf dem Gelände der Burgruine. Es ist das Vereinsgebäude des Hellfire-Clubs von 1740. Diese Clubs sind eine rein englische Erfindung und es ranken sich viele Gerüchte um diese Vereinigungen. Sie haben ihren Ursprung in der Region um Oxford in England und in Irland gab es nur zwei davon. Diesen hier und einen in den Bergen um Dublin. Den Mitgliedern wird unter anderem nachgesagt, schwarze Magie betrieben zu haben. Fest steht jedoch nur eins: Es waren reine Männerclubs. Frauen war die Mitgliedschaft verboten und wurden nur zur “Unterhaltung” der Männer Zutritt in die Räume gewährt. Es wurde, wie überall wenn Männer zusammenkommen, sehr viel getrunken.
Das Getränk des Clubs nannte sich “Scaltheen”, eine Mischung aus Whiskey und Sahne. Weiterhin wurden auch Orgien abgehalten. Es war sicherlich kein Zufall, dass hin und wieder Damen, denen nachgesagt wurde, sie hätten an einem Vereinsabend teilgenommen, später tot aus einem Fluss gefischt wurden. Ich habe in einem zeitgenössischem Bericht aus England gelesen, dass die Herren sogar Prostituierte mit Messern ausgestattet haben und dann gegeneinander auf Leben und Tod haben kämpfen lassen....
Ob diese Clubs nun aus moralischen oder aus politischen Gründen später vorboten wurden kann ich nicht sagen, fest steht jedoch, dass viele einflussreiche Männer aus der damaligen Gesellschaft Mitglieder solcher Clubs waren und sie sicherlich nicht als beispielhaftes Aushängeschild der guten alten Zeit gelten sollten.....

Askeaton Askeaton

Wie klein der Ort selber ist, sieht man an dieser Karte. Es sind nur wenige hundert Meter. Oben in der Ecke ist eine kleinere Karte über die Region. Dort findet man den Ort Foynes. Foynes ist relativ unbekannt und nur sehr wenige wissen, dass eben von dort die ersten, kommerziellen Transatlantikflüge stattgefunden haben. Allerdings mit Flugbooten, da die Flugzeuge auf dem Atlantik zwischenlanden mussten um von Tankern aufgetankt zu werden. In Foynes erinnert ein kleines Museum an diese Zeit. Später ist auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses Shannon der noch heute existierende Flughafen in dem Ort Shannon gebaut worden und Foynes kann vergessen werden. Wenn dort nicht eine Sache wäre, die diesen Ort erwähnenswert macht: Um den Passagieren auf den kalten Flügen in den Flugbooten die Reise zu erleichtern, ist ein besonderes Getränk erfunden und dort erstmalig ausgeschenkt worden......der Irish Coffee!!!

Karte von Askeaton
   
 

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