Die Jobsuche

 

 

 

Es gibt Jobs für Deutschsprachige. Es gibt sogar reichlich Jobs. 99,9 Prozent dieser Jobs sind in einem Callcenter.

Was genau ein Callcenter ist und wie es ist, dort zu arbeiten, ist in einem separaten Artikel bereits beschrieben worden. Ein solcher Job ist sicherlich nicht das, wovon man als kleiner Junge oder kleines Mädchen träumt, es ist aber für eine gewisse Zeit auszuhalten.

Die meisten Deutschsprachigen, die ich hier kennen gelernt habe, bleiben meist ein Jahr in Irland. Danach geht es an die Universität oder in den richtigen, erlernten Job. Eine großer Teil bleibt aber länger und steigt innerhalb der Firma auf. Man wird entweder in andere Abteilungen befördert oder man wird “Second Level”. Hierfür gibt es, je nach Unternehmen, auch andere Namen: “Mentor“, “Floorwalker” oder aber auch “Escalation-Team-Member”. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Auf jedem Fall bedeutet es meist: Weg vom unendlichen Bombardement eingehender Anrufe.....

Als Kollege vom “Second-Level” hat man dann eigentlich nur noch die Aufgabe, die Anfragen lästiger und aufdringlicher Kollegen loszuwerden oder allgemein bekannte Weißheiten von sich zu geben.

Ich: “ Der Falungy meines Anrufers geht nicht”

Second-Level: “ Installiere den Treiber neu”

Ich: ”Schon gemacht”

Second Level:” Dann probiere den Falungy an einem anderen

                        PC aus”

Ich: “Auch schon gemacht. Geht nicht!”

Second-Level: “Mach den anderen PC aus und wieder an und

                        versuche es noch mal”

Manchmal fühlt man sich schon, wie der Kollege auf dem Video. Die Job-Seite auf dem Video kenne ich nicht. Scheint wohl eine US-Seite zu sein...

 

So oder so ähnlich ist es mehrfach abgelaufen, wobei es unerheblich ist, ob ein Falungy nun ein Drucker, Scanner oder eine Software war. Leider wird man nicht unbedingt wegen seiner Fähigkeiten befördert. Oft ist es so, dass man einfach lange genug im Unternehmen war, sich bei “Sonderaufgaben” bewährt hat oder, so rassistisch wie es klingen mag, einfach nur Ire war. Ich habe in sehr vielen Unternehmen gearbeitet, in denen noch nicht mal der Teamleader eines deutschen Teams Deutscher war und die deutsche Sprache konnte.

Wenn man also im Unternehmen keine Chance zur Beförderung sieht, bewirbt man sich also woanders. Aber wo? Ganz einfach: Man geht auf eine der unzähligen Webseiten, der Internet-Jobbörsen. Da sind Jobs genug. Nur, und nun muß ich leider einen irischen Mythos zerstören: Die Jobs, die dort stehen, gibt es nicht!!!!! Diese “Jobs” sind ganz einfach das Resultat des irischen Systems!!!!!!!

Man muß zunächst einmal wissen, dass in irischen Unternehmen die Personalabteilungen zu 99,9 % von Frauen besetzt sind. Diese Damen findet man nun vorwiegen in den Kantinen oder aber an den Schreibtischen anderer Kollegen. Sehr selten findet man eine dieser Damen an ihren eigenen Schreibtischen vor. Gehaltsabrechnungen werden übrigens in den Firmen nicht gemacht. Dies geschieht in externen Unternehmen. Was geschieht also nun, wenn neue Mitarbeiter gebraucht werden?

Nun kommen die “Job Agencies” in Irland ins Spiel. Von denen gibt es hier ungefähr genauso viele, wie es in Afrika hungernde Kinder gibt und sie sind auch genauso schlimm. Sie sind in permanentem Kontakt mit den Firmen.

Wenn nun also eine Firma einen neuen Mitarbeiter sucht, dann wissen davon mindestens 50 Agenturen. Und diese 50 Agenturen stellen nun diese Stellenanzeige auf mindestens 3 Webseiten. So wird aus einer neuen Stelle schon einmal mindestens 150 verschiedene Stellenanzeigen. Alle mit verschiedenem Text, für den Laien kaum zu unterscheiden.

Das ist ja noch nicht mal das schlimmste. Schlimm und kriminell ist, was nun kommt. Diese Stellenanzeigen werden auch in die Internet-Jobseiten gesetzt, wenn die Firma überhaupt keine Leute sucht. Das ist eigentlich in Irland strengstens verboten, aber wer will das schon nachweisen? Warum wird das gemacht? Die Jobagentur bekommt für jeden vermittelten Mitarbeiter ungefähr ein Monatsgehalt dieses neuen Mitarbeiters als Provision. Verständlich, dass diese Agenturen alles tun, um Leute zu vermitteln. Es wird nun mit den Bewerbungen bzw. den Lebensläufen der Bewerber versucht, bei den Firmen anzuklingeln und man versucht, die Bewerber dort zu verkaufen. Es kann ja sein, dass gerade zufällig jemand gebraucht wird.......Und so kommt es, dass aus einer freien Stelle ungefähr 500 Stellenanzeigen werden. Das sieht dann natürlich gewaltig aus!!!

Welche Firmen suchen nun Mitarbeiter und wie kommt man dort an einen Job????

 2ter Teil