Weihnachten in IrlandAuf den ersten Blick sollte sich Weihnachten in Irland nicht von der Weihnacht in anderen europäischen Ländern unterscheiden.
Und doch: Irland ist anders.....und das erst recht zu Weihnachten !!!!
Wenn das Wort „Kommerz“ nicht schon erfunden wäre, für die Weihnachtszeit in Irland hätte man es erfinden müssen. Die Weihnachtszeit fängt hier gleich nach Halloween, also am 01. November an. Geschäfte, die Einkaufszentren, die Straßen, sogar erste Wohnhäuser sind weihnachtlich dekoriert.
Für den Iren ist Weihnachten die wichtigste Zeit des Jahres. Ungefähr 1.700,-- Euro gibt er pro Nase für Weihnachten aus. Damit liegt er ca. 50 % über dem europäischen Durchschnitt. Für die junge Irin ist es schon fast blamabel, sich keinen Shoppingausflug nach New York zu gönnen bzw. leisten zu können.
Ungefähr 50 % der Ausgaben werden für „Socialising“ ausgegeben. Mit „Socialising“ ist das Treffen und trinken mit Freunden gemeint. Dazu muss man wissen, das vom 24. Dezember abends bis zum 26. Dezember abends jede Kneipe, jeder Pub und nahezu jedes Restaurant geschlossen hat. Die letzten Tage vor Weihnachten werden Bier, Wein und andere Alkoholika in Irland zur Mangelware in allen Geschäften. Einkaufswagen voller Alkohol werden dort herausgefahren........Glückselige Weihnachtszeit......
Nur die wenigsten Iren wissen, dass es so was wie eine Weihnachtstradition auch in Irland gab. Der Brauch des Adventskranzes war auch in Irland bekannt. Kränze gibt es auch heute noch in allen möglichen Dekorationen und Größen zum aufhängen, allerdings hatte er früher insgesamt fünf Kerzen in verschiedenen Farben: drei waren lila, eine rosa und eine weiß. Die weiße Kerze wurde am Weihnachtstag angezündet . Heute findet man noch nicht einmal Kerzenständer, die an einen Adventskranz passen. Unmöglich....meine Freundin und ich suchen sowas seit Wochen.
Der Weihnachtsmann heißt hier „Santa Claus“ oder „ Father Christmas“. Er zieht in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember auf seinem von Rentieren gezogenen Schlitten von Haus zu Haus und beschenkt die Kinder, indem er durch die Schornsteine in die Wohnzimmer herabsteigt. Zu diesem Zwecke haben die Kinder hier früher kleine Säckchen aufgehangen. Anders als die Kinder in England, die Socken aufgehangen haben. In einer Beziehung hat er es aber besser als z.b. in Deutschland: Wo man ihm in Deutschland noch lauwarme Milch und einen Teller mit Keksen zur Stärkung hinstellt, bekommt er hier Mincepie ( fürs Rezept einfach auf das Wort klicken) und eine Flasche Guinness....
Irland ist bekannt für seinen katholischen Glauben. Nicht nur deshalb spielt die Weihnachtsmesse, die Christmas Mass, eine besonders große Rolle im Ablauf des irischen Weihnachtsfestes. Die Religion spielt in Irland imer noch eine weitaus größere und wichtigere Rolle als in Deutschland, so dass nicht nur zu dieser Zeit die Kirchen voll von Menschen sind.
Heiligabend, in Irland Christmas Eve genannt, findet eine Mitternachtsmesse statt, die in einer mit Blumen und Kerzen prächtig ausgestatteten Kirche stattfindet. Am Weihnachtstag selbst, dem 25. Dezember, gibt es zahlreiche weitere Messen. In jeder Kirche steht eine Krippe, meist bestehend aus einem Stall mit lebensgroßen Figuren der Heiligen Familie.
Ansonsten heißt Weihnachten in Irland: Keine Weihnachtsmärkte, keine Glühweinstände. Überhaupt keinen Glühwein, wenn man ihn nicht gerade bei Lidl oder Aldi hier ergattern kann...Und ich habe noch einen Karton !!!
Durch die Vermischung der Kulturen kennt man hier mittlerweile auch einen Tannenbaum. Diese Tradition kam in der 60er Jahren des letzten Jahrhunderts auf.
Und da es hier nicht so viele Bäume gibt, boomt der Handel mit Plastikbäumen. Der Beitrag, den das ZDF vor einigen Jahren gesendet hat, zeigt eine alte irische Tradition. Schwer zu finden heute, aber macht sich immer gut für Touristen und Irlandfans....
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